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Gemeinderatssitzung für Soziales Wohnen Riegel Römerhalle

BADISCHE ZEITUNG 18. November 2016 (www.badische-zeitung.de)

Die Gestaltung des Mehrfamilienhauses für Soziales Wohnen bei der Römerhalle steht weitgehend. Die Genehmigungsplanung, auf deren Basis der Bauantrag gestellt wird, wurde weitgehend vom Gemeinderat in der öffentlichen Sitzung am Mittwochabend abgesegnet. Nur bei der Heizung kam man zu keiner Entscheidung. Diese soll am 7. Dezember getroffen werden.

Eigentlich wollte man ein sehr energiesparendes Haus bauen. Mit dicken Mauern, einer Gasheizung und Solaranlage auf dem Dach könnten schon die hohen Standards der Energieeinsparverordnung erreicht werden. Aber in der Klausurtagung neigte der Gemeinderat hin zu einem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau über die Zinsen für den Kredit geförderten Niedrigenergiehaus (KfW 55). Den Ausschlag bei der Bewertung gibt die Wärmepumpe. Aber KfW 55 ist wegen dieser Wärmepumpe teurer als der Standard. In der Ratssitzung stellte nun Bürgermeister Markus Jablonski die KfW 55-Tendenz in Frage. Denn nach den neuesten Zahlen des Planungsbüros Schlager aus Lahr wird der Bau mit erwarteten rund 1,8 Millionen Euro sowieso schon teurer als geplant. Die Differenz zwischen den beiden Heizungsvarianten ist entsprechend auf rund 32 000 Euro gestiegen. Aber auch die berechneten Energiekosten würden bei dem Gebäude mit höheren Energiestandards merkwürdigerweise höher ausfallen. Eine finanzielle Amortisation der höheren Investitionen wird es also nicht geben. Nach Achim Schlager liege dies an den Voraussetzungen, die der Gesetzgeber für die verschiedenen Standards gesetzt hat. Angesichts der Gas- und Strompreise und trotz Förderung komme so ein zumindest finanziell höherer Verbrauch zusammen. Aber die Wärmepumpe sorgt für deutlich weniger Treibhausgas Kohlendioxid als die Verbrennung von fossilem Gas. Vorausgesetzt, man betreibt die Wärmepumpe nicht mit Strom aus Braunkohle.

Die Berechnungen der Planer, was wie viel kostet und welche Amortisation bringt, sahen die Gemeinderäte in der Sitzung zum ersten Mal. Dies liege daran, dass sie erst in der vergangenen Woche im Rathaus eingingen, begründete Jablonski den Informationsstand des Gremiums. Er sehe sich nicht im Stande, angesichts all der neuen Zahlen eine Entscheidung zu treffen und das CO2-neutrale Haus über Bord zu werfen, so Daniel Kietz. Er hofft, dass mit dem Eigenverbrauch der Energie vom Dach die finanzielle Bilanz doch noch günstiger für KfW 55 ausfällt. Der Rat folgte seiner Argumentation und verschob die Entscheidung.

Die Solaranlage ist noch nicht entschieden. Aber man hat schon die Dachneigung gegenüber dem ursprünglichen Plan so verändert, dass auch trotz der weniger günstigen West-Ost-Ausrichtung der Module auf beiden Dachseiten noch ein Gewinn herauskommt. Die Experten gehen davon aus, dass sich die Solaranlage in 18 Jahren amortisiert, wenn der ganze erzeugte Strom ins Netz eingespeist wird.

Der Eigenverbrauch wird als unsicher und verwaltungsaufwändig eingeschätzt. Hier hofft man, dass sich die Solaranlage als Bürgerkraftwerk betreiben lässt und sich aus den Reihen der Kommanditisten ein Ehrenamtlicher findet, der den Eigenverbrauch managed. In der Sitzung am 7. Dezember soll auch entschieden werden, ob die Gemeinde Riegel gleich eine Solaranlage aufs Dach der Flüchtlingsunterkunft setzt.