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Neubau mit Wohnraum für 60 Menschen in Not in Heddesheim

RHEIN-NECKAR 22. Oktober 2016 – www.morgenweb.de

Auf einem Grundstück in der Straße An der Fohlenweide soll ein Neubau mit Wohnraum für bis zu 60 Menschen entstehen. Die Pläne des Lahrer Architekturbüros Schlager & Partner sehen ein dreistöckiges Gebäude mit insgesamt neun Wohnungen vor. Hier will die Gemeinde Flüchtlinge und andere Menschen in Not unterbringen.

„Das ist unsere gesetzliche Pflicht“, sagte Bürgermeister Michael Kessler und mache deutlich, dass es hier keinen Ermessensspielraum gibt. Der Standort sei ideal und habe sich bereits seit Jahrzehnten bewährt. Vor zwei Jahren habe man an gleicher Stelle ein marodes Gebäude abgerissen, das ebenfalls als Unterkunft gedient habe.

Kessler verwies auf die integrierte Lage des Grundstücks. Die dort lebenden Menschen könnten am sozialen und gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde teilhaben. In der Nähe des geplanten Gebäudes liegen unter anderem Schulen, Badeseen, Sporthallen, das Hallenbad und die Eisbahn sowie das Jungendhaus Just.

Architekt Markus Langenbahn erläuterte dem Gemeinderat Einzelheiten seiner Planung und beantwortete auch Detailfragen. Anders als in Herbolzheim, wo die Gemeinderäte ein von dem Büro geplantes Wohnheim besichtigt hatten, entstehe in Heddesheim „ein richtiges Wohnhaus“ mit neun Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen. „Kleinere Einheiten bedeuten größeren sozialen Frieden“, erklärte der Planer. Die meist raumhohen Fenster lassen laut Langenbahn die Räume größer wirken und sorgten für eine offene Atmosphäre. An exponierter Lage werde auch auf das Äußere großen Wert gelegt. So gebe die zweifarbige Fassade dem Gebäude Charakter. Das sei so etwas wie das „Gesicht der Gemeinde“, sagte der Architekt.

Das Wohnhaus mit einer Nutzfläche von über 600 Quadratmetern wird voraussichtlich knapp 1,6 Millionen Euro kosten. Geld, das laut Kessler im Etat für 2017 zur Verfügung gestellt werden muss.

Barrierefrei wird nur das Erdgeschoss. Aufzüge sind nicht vorgesehen. Die Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung werden durch 36 Zentimeter starkes Ziegelmauerwerk und eine Solaranlage zur Brauchwassererwärmung eingehalten.

In dem Neubau können 55 bis 60 Menschen untergebracht werden. Mit dem Zuschnitt der Wohnungen sei man flexibel, sagte der Bürgermeister. Welche Flüchtlinge der Gemeinde zugewiesen werden, sei heute noch völlig offen. Bezugsfertig könnte der Neubau bis Ende 2017 sein.